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Schattenkampf auf der fliegenden Insel

Ein Fremder, die Stille und Verzweiflung.

Die fliegende Insel hatte ihren Namen längst vergessen. Die Menschen nannten sie nur noch Aethra, ein Wort aus einer Sprache, die keiner mehr sprach. Es bedeutete nichts und alles. Es war der Klang der Verzweiflung, ausgesprochen in einem einzigen Atemzug. Der Märchenerzähler kam an einem Morgen, an dem der Nebel so dicht war, dass man die Grenze zwischen Himmel und Erde nicht mehr erkennen konnte. Er stand am Rand der Terrasse des Gastgebers und blickte über die Stadt. Die Dächer waren schief, die Fenster dunkel, die Straßen leer. Er hatte schon viele Städte gesehen. Aber diese hier war anders. Sie roch nach Verzweiflung.

Die Ankunft.

Der Märchenerzähler hieß Elias. Er war ein Mann von fünfzig Jahren, mit grauen Schläfen und Händen, die Geschichten geschrieben hatten, bevor die Welt vergaß, was Geschichten sind. Sein Mantel war abgetragen, sein Koffer leicht, sein Blick scharf. Die fliegende Insel tauchte aus dem Nebel auf wie ein Traum, den man nicht vergessen kann. Ihre Ränder waren zerklüftet, ihre Oberfläche von tiefen Rissen durchzogen, als hätte die Erde selbst unter der Last ihrer Bewohner geseufzt. Elias trat auf den festen Boden. Niemand nahm Notiz von ihm. Die Menschen eilten vorbei, die Köpfe gesenkt, die Schultern eingezogen. Sie trugen alte Kleidung, abgetragen und geflickt. Ihre Gesichter waren ausdruckslos. Er dachte an seine Heimat. Dort hatte er Geschichten erzählt, die die Menschen zum Lachen brachten. Hier würde er etwas anderes finden. Der König hatte ihn empfangen, bevor er aufbrach. Ein alter Mann mit müden Augen und einer Krone, die zu schwer für seinen Kopf schien. "Du wirst Dinge sehen, die du nicht erklären kannst", hatte der König gesagt. "Vergiss nicht, wer du bist." Elias hatte genickt. Er hatte das Geschenk des Königs entgegengenommen: zweihundert Pfund Sterling in einem ledernen Beutel und ein Empfehlungsschreiben für seine Freunde in der Hauptstadt. Er wusste nicht, dass dieses Geschenk ihn zu einem Ziel machen würde.

Der Abschied vom Hof.

Der Abschied vom Hof war kurz gewesen. Der König hatte ihn umarmt, flüchtig, fast gehetzt. Der Hofstaat stand in einer Reihe, die Gesichter starr, die Blicke leer. Keiner sprach ein Wort. Elias hatte den Beutel mit den Pfund Sterling in seiner Tasche gespürt, schwer und kalt. Das Empfehlungsschreiben steckte in seiner Brusttasche, nah am Herzen. Er drehte sich um. Er ging. Die Tore des Palastes schlossen sich hinter ihm mit einem Klang, der endgültig war. Die Reise dauerte zwei Stunden. Er fuhr durch neblige Täler, vorbei an verlassenen Dörfern, an Feldern, die niemand bestellte. Die Pferde waren müde, der Kutscher schwieg. Als er die entfernten Berge erreichte, sah er sie zum ersten Mal: die fliegende Insel, schwebend über einem Abgrund, der keine Ende zu haben schien. Er kleidete sich um. Er trug nun die Kleidung der Einheimischen, einen groben Stoff, der an den Schultern spannte. Seine Sprachkenntnisse waren gut genug, um sich zu verständigen. Der Abschied von der Heimat war endgültig. Er wusste, dass er nicht zurückkehren würde, bevor er die Wahrheit gefunden hatte.

Das Haus des Gastgebers.

Der Herr des Hauses hieß Aldric. Er war ein Mann von sechzig Jahren, mit einem Gesicht, das zu viel gesehen hatte. Seine Hände zitterten leicht, wenn er Tee einschenkte. Seine Augen blinzelten häufig, fürchteten das Licht. "Bleib so lange du willst", sagte er. "Das Haus ist groß. Die Zimmer sind leer." Elias dankte ihm. Das Zimmer war klein, aber sauber. Ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl. Ein Fenster mit Blick auf die Stadt. In der ersten Nacht hörte er die Geräusche. Ein Weinen, das von irgendwoher kam, aber nicht zu orten war. Ein Klopfen, das niemand erklären konnte. Ein Flüstern, das sich unter der Tür hindurchschlich wie Rauch. Am Morgen fragte er Aldric danach. Aldric schwieg. Er stellte eine Tasse Tee auf den Tisch. Er ging ans Fenster und blickte auf die Stadt. "Manche Dinge", sagte er schließlich, "über die spricht man besser nicht." Elias sah ihn an. Er sah die Angst in den Augen seines Gastgebers. "Was sind die Schatten?" fragte er. Aldric drehte sich um. Sein Gesicht war weiß. "Woher kennst du dieses Wort?" "Es steht auf den Mauern", sagte Elias. "Überall. In den Gassen, in den Höfen, auf den Türen." Aldric setzte sich. Seine Hände zitterten. "Lass es sein", sagte er. "Bitte. Für dein eigenes Wohl." Elias nickte. Aber er wusste, dass er nicht aufhören würde.

Die Stadt der schiefen Dächer.

Die Stadt war nur halb so groß wie London. Aber sie war enger, dunkler, bedrückender. Die Häuser standen schief, die Wände waren rissig, die Dächer mit Blech geflickt, das im Wind klapperte. Der Geruch von feuchtem Stein und verfaultem Holz lag über den Straßen. Die Menschen gingen schnell. Sie schauten nicht auf. Sie schauten nicht zurück. Sie trugen ihre Gesichter wie Masken, festgeschnallt, unveränderlich. Elias ging durch die Gassen. Er sah die Frauen, die an den Fenstern standen und die Vorhänge zur Seite zogen, nur um sie sofort wieder zuzuziehen. Er sah die Männer, die in den Türen standen und rauchten, ohne miteinander zu sprechen. Er sah die Kinder, die spielten, aber leise spielten, ohne zu lachen. Er fragte einen alten Mann: "Warum seid ihr alle so still?" Der alte Mann sah ihn an. Seine Augen waren rot, seine Hände schmutzig. "Die Schatten hören alles", sagte er. "Sie hören, was du sagst. Sie hören, was du denkst. Sie hören, was du nicht sagst." Elias blickte sich um. Er sah die Schatten auf den Mauern. Sie bewegten sich, als hätten sie ein Eigenleben. "Wer sind sie?" flüsterte er. Der alte Mann lachte. Es war ein trockenes Lachen, ohne Freude. "Das wissen wir nicht. Das will keiner wissen. Es ist besser, nichts zu wissen." Er ging. Elias blieb stehen. Er blickte auf die schiefen Dächer. Er blickte auf die leeren Fenster. Er blickte in die Gesichter der Menschen, die vorbeigingen. Er wusste, dass er sie retten musste. Er wusste nur nicht wie.

Die Felder der Verzweiflung.

Hinter dem Haupttor begann das Land. Elias hatte es sich anders vorgestellt. Er hatte grüne Wiesen erwartet, blühende Felder, Bauern, die ihre Ernte einbrachten. Stattdessen sah er karge Erde, vertrocknete Äcker, verlassene Höfe. Arbeiter standen auf den Feldern. Sie trugen schwere Werkzeuge, Hacken und Spaten, die sie stumpf in den Boden schlugen. Ihre Bewegungen waren langsam, mechanisch, ausdruckslos. Elias beobachtete sie. Keiner von ihnen sprach ein Wort. Er ging auf einen der Arbeiter zu. Ein Mann mit einem Gesicht, das keine Emotionen mehr kannte. "Was baut ihr hier an?" fragte Elias. Der Mann sah ihn an. Seine Augen waren leer. "Nichts", sagte er. "Wir bauen nichts an. Wir hacken nur den Boden, damit er nicht wächst." "Warum?" Der Mann zuckte mit den Schultern. "Die Schatten wollen es so. Sie wollen, dass wir hungern. Sie wollen, dass wir schwach sind." Elias sah über die Felder. Überall das gleiche Bild: Männer und Frauen, die den Boden bearbeiteten, ohne dass etwas wuchs. Er dachte an die zweihundert Pfund Sterling in seiner Tasche. Sie waren nutzlos hier. Man konnte kein Brot kaufen, wenn es keins gab. Er dachte an das Empfehlungsschreiben des Königs. Es würde ihm keine Türen öffnen, wenn alle Türen verschlossen waren. Er dachte an den Abschied. An den Hof, an die stillen Gesichter, an die Angst in den Augen des Königs. Die Schatten regierten dieses Land. Und er würde sie stürzen.

Die Terrasse der Beobachtung.

Aldric führte ihn auf die Terrasse. Es war der höchste Punkt des Hauses, eine kleine Plattform aus altem Holz, die über die Dächer der Stadt ragte. Von hier aus konnte man alles sehen: die schiefen Häuser, die leeren Straßen, die kargen Felder, den Horizont, der in Nebel verschwand. "Das ist mein einziger Ort der Freiheit", sagte Aldric. "Hier kann ich atmen. Hier kann ich denken. Hier kann ich mich erinnern." "Woran erinnerst du dich?" fragte Elias. Aldric schwieg. Er blickte über die Stadt. "An eine Zeit, in der es diese Stadt noch gab. An eine Zeit, bevor die Schatten kamen. An eine Zeit, in der die Menschen lachten." Elias stellte sich neben ihn. Der Wind war kalt, die Luft klar. "Wie kann ich sie besiegen?" fragte er. Aldric drehte sich zu ihm. Sein Gesicht war ernst. "Du musst sie verstehen. Du musst wissen, wer sie sind, wo sie herkommen, was sie antreibt. Nur dann kannst du sie besiegen." Elias nickte. Er blickte über die Stadt. Er sah die Schatten auf den Mauern. Sie bewegten sich nicht mehr. Sie lauschten. Die Terrasse war der einzige Ort, an dem man ungestört flüstern konnte. Aber selbst hier hörten die Schatten zu.

Die Begegnung mit dem Unbekannten.

Elias traf ihn in einer versteckten Gasse. Ein Mann in einem abgetragenen Mantel, mit einer Kapuze, die sein Gesicht verbarg. Er stand im Schatten einer Tür und wartete. "Ich habe gehört, dass du Fragen stellst", sagte der Mann. Seine Stimme war leise, kaum hörbar. "Wer bist du?" fragte Elias. "Jemand, der die Antworten kennt. Aber ich kann sie dir nicht geben, nicht hier. Nicht jetzt." "Wann dann?" "Morgen. Um Mitternacht. Auf der Terrasse deines Gastgebers. Komm allein." Der Mann verschwand. Es war, als hätte es ihn nie gegeben. Elias stand in der Gasse. Der Wind wehte durch die schmalen Wände. Die Schatten zitterten. Er wusste, dass dies ein Risiko war. Ein großes Risiko. Aber er wusste auch, dass es sein einziger Weg war. Am nächsten Abend stand er auf der Terrasse. Der Mond war verdeckt, die Sterne unsichtbar. Die Stadt lag im Dunkeln. Der Mann kam aus dem Nichts. "Die Schatten", sagte er, "sind nicht übernatürlich. Sie sind Menschen. Mächtige Menschen, die ihre Macht aus der Angst der anderen ziehen." "Wer führt sie?" fragte Elias. Der Mann blickte sich um. Seine Stimme wurde noch leiser. "Ich kann es dir nicht sagen. Aber ich kann dir einen Namen geben. Suche nach dem Mann, der den Dritten Mond trägt." "Was ist der Dritte Mond?" Der Mann verschwand, bevor Elias antworten konnte. Elias stand allein auf der Terrasse. Der Wind war kalt. Die Stadt war still. Er wusste, dass die Reise jetzt erst richtig begann.

Die Suche nach dem Dritten Mond.

Elias durchsuchte die Stadt. Er fragte die Menschen nach einem Symbol, einem Zeichen, einem Mann, der den Dritten Mond trug. Die Menschen schwiegen. Sie schüttelten den Kopf. Sie gingen weiter. Aber er gab nicht auf. Er durchstreifte die Gassen, die Höfe, die versteckten Plätze. Er sprach mit alten Männern, mit Frauen, die am Fenster standen, mit Kindern, die leise spielten. Eines Tages fand er ihn. Ein alter Mann saß auf einer Bank vor einem verlassenen Haus. Er trug einen Ring an seinem Finger, einen Ring aus schwarzem Metall, in den ein Mond eingraviert war. Drei Monde. Der dritte war größer als die anderen. Elias setzte sich neben ihn. "Sie haben gesagt, dass ich Sie finden muss", sagte er. Der alte Mann sah ihn an. Seine Augen waren klar, seine Hände ruhig. "Die Schatten haben mich verraten", sagte er. "Ich war einer von ihnen. Ich war einer der Gründer." "Warum erzählen Sie mir das?" "Weil es Zeit ist. Weil die Menschen vergessen haben, was Freiheit bedeutet. Weil jemand sie daran erinnern muss." Elias schwieg. Er dachte an die leeren Felder, die schiefen Dächer, die stillen Menschen. "Wie kann ich sie besiegen?" fragte er. Der alte Mann zog den Ring von seinem Finger. Er gab ihn Elias. "Mit diesem Ring", sagte er, "kannst du sie sehen. Du kannst ihre Spuren verfolgen, ihre Pläne durchschauen, ihre Macht brechen. Aber du musst vorsichtig sein. Sie werden dich jagen." Elias nahm den Ring. Er war schwer und kalt. Er wusste, dass es keine Rückkehr mehr gab.

Das geheime Treffen.

Elias rief die Menschen zusammen. Er traf sie in den Kellern, in den verlassenen Häusern, in den stillen Gassen. Er sprach zu ihnen. Er sagte ihnen, dass es einen Weg gab, die Schatten zu besiegen. Er sagte ihnen, dass sie nicht allein waren. Die Menschen kamen zögerlich. Sie hatten Angst. Aber sie kamen. Zuerst waren es nur wenige. Ein alter Mann, eine junge Frau, ein paar Kinder. Dann wurden es mehr. Arbeiter von den Feldern, Frauen aus den Häusern, Männer aus den Gassen. Sie trafen sich in einer versteckten Scheune am Rande der Stadt. Das Licht war schwach, die Luft war stickig. Aber sie waren da. Elias stand vor ihnen. Er trug den Ring am Finger. "Die Schatten", sagte er, "sind nicht stärker als wir. Sie haben nur mehr Angst verbreitet. Aber Angst ist kein Schutz. Angst ist eine Kette. Und Ketten kann man brechen." Die Menschen schwiegen. Aber sie schauten nicht mehr zu Boden. Sie schauten ihn an. "Was sollen wir tun?" fragte eine Frau. "Wir kämpfen", sagte Elias. "Aber nicht mit Waffen. Mit der Wahrheit. Wir zeigen ihnen, dass wir keine Angst mehr haben." Die Menschen nickten. Die Schatten hatten die Freiheit gestohlen. Jetzt war es an der Zeit, sie zurückzuholen.

Der Plan.

Elias hatte einen Plan. Er würde die Schatten nicht mit Gewalt besiegen. Er würde sie mit ihren eigenen Methoden schlagen. Mit Informationen. Mit Geheimnissen. Mit der Wahrheit. Der Ring zeigte ihm die Spuren. Die geheimen Treffpunkte. Die versteckten Verbindungen. Die Namen der Mächtigen. Er notierte alles. Er teilte es mit seinen Verbündeten. Die Schatten hatten überall ihre Leute. In der Politik. In der Wirtschaft. In der Kultur. Aber sie waren nicht unfehlbar. Sie machten Fehler. Und diese Fehler würde Elias nutzen. Er schrieb Briefe. Er verbreitete Gerüchte. Er deckte Geheimnisse auf. Die Menschen begannen zu flüstern. Nicht mehr aus Angst. Sondern aus Hoffnung. Die Schatten spürten es. Sie wurden unruhig. Sie schickten ihre Handlanger aus, um den Aufrührer zu finden. Aber Elias war immer einen Schritt voraus. Er traf sich mit seinen Verbündeten in den Kellern, in den Kirchen, in den verlassenen Häusern. Er sprach von Freiheit. Er sprach von Gerechtigkeit. Er sprach von einer Welt ohne Schatten. Die Menschen hörten zu. Und sie begannen zu glauben.

Der Tag der Konfrontation.

Der Tag kam schneller als erwartet. Die Schatten hatten genug. Sie hatten den Aufrührer gefunden. Sie wussten, dass er sich in der versteckten Scheune traf. Sie kamen in der Nacht. Elias hörte die Schritte zuerst. Das Klirren von Waffen. Das Flüstern von Befehlen. Er wusste, dass es vorbei war. Aber er weigerte sich, aufzugeben. Er stellte sich vor die Tür. Seine Verbündeten standen hinter ihm. Sie hatten keine Waffen, aber sie hatten etwas, das stärker war: ihre Überzeugung. Die Schatten traten ein. Ihre Anführer trugen schwarze Masken. Ihre Augen waren kalt, ihre Hände bereit. "Du hast deinen letzten Fehler gemacht", sagte einer von ihnen. Elias lächelte. "Nein", sagte er. "Das habt ihr." Er hob den Ring. Das schwarze Metall glänzte im schwachen Licht. "Dieser Ring", sagte er, "ist euer Untergang. Er zeigt eure Geheimnisse, eure Schwächen, eure Verbrechen. Die ganze Stadt wird sie erfahren." Die Schatten zögerten. Sie sahen den Ring. Sie wussten, was er bedeutete. Einer von ihnen trat vor. Er hob seine Waffe. "Ich warne dich", sagte er. Aber es war zu spät. Die Menschen kamen. Sie strömten durch die Türen, durch die Fenster, durch die Ritzen der Wände. Sie hatten gehört, was hier geschah. Sie hatten ihre Angst abgelegt. Die Schatten wurden überwältigt. Ihre Masken fielen. Ihre Macht zerbrach. Der Kampf war kurz. Aber er war entscheidend.

Der Sieg.

Die Schatten waren besiegt. Ihre Anführer wurden gefangen genommen. Ihre Geheimnisse wurden enthüllt. Ihre Macht war gebrochen. Die Menschen standen auf den Straßen. Sie schauten sich an, als sähen sie sich zum ersten Mal. Ihre Gesichter waren nicht mehr starr. Ihre Augen waren nicht mehr leer. Elias stand auf der Terrasse des Gastgebers. Er blickte über die Stadt. Die Dächer waren immer noch schief. Die Fenster waren immer noch dunkel. Aber etwas hatte sich verändert. Die Menschen lachten. Sie lachten zum ersten Mal seit Jahren. Sie umarmten sich. Sie tanzten auf den Straßen. Aldric stand neben ihm. Seine Hände zitterten nicht mehr. Seine Augen blinzelten nicht mehr. "Du hast es geschafft", sagte er. "Du hast sie befreit." Elias schüttelte den Kopf. "Nein", sagte er. "Sie haben sich selbst befreit. Ich habe ihnen nur gezeigt, dass sie es können." Aldric lächelte. Es war ein echtes Lächeln, das erste, das Elias an ihm sah. "Was wirst du jetzt tun?" fragte er. Elias blickte über die Stadt. "Ich werde bleiben", sagte er. "Ich werde Geschichten schreiben. Geschichten über Freiheit. Geschichten über Mut. Geschichten über das Leben, das zurückkehrt." Er blickte auf den Ring an seinem Finger. Das schwarze Metall war still geworden. Die Schatten waren verschwunden. Aber er wusste, dass sie zurückkehren könnten. Die Menschen mussten wachsam bleiben.

Vom Klang der Freiheit, der Insel und dem Lachen.

Die fliegende Insel hatte ihren Namen wiedergefunden. Die Menschen nannten sie nun Aethra, ein Wort aus einer Sprache, die keiner mehr sprach. Es bedeutete nichts und alles. Es war der Klang der Freiheit, ausgesprochen in einem einzigen Atemzug. Elias blieb. Er schrieb seine Geschichten. Die Menschen lasen sie. Sie lachten. Sie weinten. Sie erinnerten sich. Der Abschied von der Heimat war endgültig gewesen. Aber er hatte eine neue Heimat gefunden. Die zweihundert Pfund Sterling hatte er den Bauern gegeben, die die Felder bestellten. Sie kauften Samen. Sie pflanzten Getreide. Das Land begann zu wachsen. Das Geschenk des Königs hatte seine Bestimmung gefunden. Die Schatten waren besiegt. Aber Elias wusste, dass der Kampf nie endete. Neue Schatten würden kommen. Neue Ängste würden wachsen. Neue Ketten würden geschmiedet. Aber die Menschen hatten gelernt. Sie würden nicht vergessen. Die fliegende Insel schwebte im Licht. Und Elias schrieb weiter.


Mit herzlichem Dank und den besten Wünschen,
Ihr Kartograf der Kuriositäten und globetrottender Geschichtenerzähler

uwR5


*Der geneigte Leser möge entschuldigen, dass wir nicht erwähnen, welche Orte, Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten im Verlaufe der vergangenen mehr als 100 Jahre, durch den ersten und zweiten Weltkrieg, viele Jahre entwickelte Sozialistische Gesellschaft und mehrerer Rechtschreibreformen verloren gingen oder geändert wurden.

Quellenangaben:
Inspiriert von den düsteren Erinnerungen an einem herbstlichen Vormittag
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

uwR5

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