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Das Pferd des Lebens und die Geschichte von Liebe und Mitgefühl.

Prolog.

Der alte Mann saß am Fenster und sah zu, wie der Herbst die Blätter von den Bäumen riss. Der Stift lag neben ihm auf dem Tisch. Er hatte ihn vor drei Stunden hingelegt. Vor vier. Er wusste es nicht mehr genau. Die weißen Blätter vor ihm blieben leer. Die Arbeit am Schreibtisch war zur Qual geworden. Jedes Wort eine Mühsal. Jeder Satz ein kleiner Tod. Seine Frau kam herein. Sie stellte eine Tasse Tee neben den Stift. Der Dampf stieg auf, verlor sich im kalten Licht des Nachmittags. Sie sagte nichts. Sie wusste, dass Worte manchmal im Weg stehen. Der alte Mann sah auf die Tasse. Er roch den Tee. Er roch den Herbst. Er roch das Ende von etwas, das er nicht benennen konnte. So kann es nicht weitergehen.

Das Haus der hundert Handwerker.

Das Haus, in dem der alte Mann lebte, war ein Denkmal vergangener Arbeit. Hundert Handwerker hatten es erbaut. Maurer, Zimmerleute, Dachdecker. Sie hatten Steine gesetzt, Balken gefügt, Ziegel verlegt. Ihre Hände hatten jeden Winkel geformt. Ihre Mühen steckten in jeder Wand. Seine Frau hatte die Räume gefüllt. Teppiche aus dem Orient. Keramik aus Italien. Bücher aus aller Welt. Die Regale bogen sich unter der Last der Geschichten, die er selbst geschrieben hatte. Aber an diesem Abend saß er in einem Raum, der ihm fremd geworden war. Die Möbel standen da, schweigend. Die Bilder an den Wänden sahen ihn an, ohne ihn zu sehen. Er stand auf. Er ging durch die Zimmer, berührte die Türrahmen, strich über das alte Holz. Die Arbeit der Handwerker war gut gewesen. Sie hatte gehalten. Aber er selbst hatte nicht mehr die Kraft, etwas zu halten. Seine Frau fand ihn im Arbeitszimmer. Er stand vor dem leeren Schreibtisch. Sie legte ihre Hand auf seine Schulter. Du musst etwas tun, sagte sie. Irgendetwas. Er nickte. Aber er wusste nicht, was.

Die Reise der Frau.

Seine Frau hatte eine Reise gemacht. Allein. Sie war vier Wochen fort gewesen. Jetzt saß sie ihm gegenüber, ihre Augen glänzten, ihre Hände bewegten sich, während sie erzählte. Sie sprach von einem Land, in dem Pferde frei über die Felder galoppierten. Von Wiesen, so weit das Auge reichte. Von Tieren, die niemandem gehörten. Er hörte zu. Ihre Worte füllten den Raum, der so lange still gewesen war. Es war wunderschön, sagte sie. Du hättest es sehen sollen. Aber dann wurde ihre Stimme leiser. Sie zögerte. Sie trank einen Schluck Tee. Es gab da ein Pferd, sagte sie. Ein Pferd. Die Matrosen hatten es an Land gebracht. Es war alt und schwach. Es konnte kaum stehen. Die Natur hatte es aufgegeben. Aber das Pferd wollte nicht sterben. Sie sah ihn an. Es wollte leben, sagte sie. So einfach ist das. Der alte Mann legte den Stift weg. Er hatte nicht gemerkt, dass er ihn wieder in der Hand hielt. Warum? fragte er. Weil es nie geliebt wurde, sagte sie. Es wurde von Menschen misshandelt. Es hat nie erfahren, was Fürsorge bedeutet. Er schwieg. Das Pferd lag im Stall und wartete, sagte sie. Auf was? Auf jemanden, der bei ihm bleibt.

Die Entscheidung.

Er schlief diese Nacht nicht. Er lag im Bett, hörte das Atmen seiner Frau, hörte den Wind um das Haus, das die Handwerker gebaut hatten. Die Decke war schwer. Die Stille war schwerer. Um drei Uhr morgens stand er auf. Er zog einen alten Mantel an. Er ging in den Stall, obwohl er keinen Stall hatte. Er ging in seinen Kopf, der voller leerer Ställe war. Er dachte an das Pferd. Er sah es vor sich. Das alte Tier auf dem Boden, den Atem flach, die Augen halb geschlossen. Es lag in einem Land, das er nicht kannte. Es wartete. Er dachte an seine eigenen Tage. An die Arbeit, die nicht mehr floss. An die Geschichten, die nicht mehr kamen. An die Krankheit, die nicht seinen Körper, sondern seinen Geist ergriffen hatte. Er war selbst ein sterbendes Pferd. Aber er war nicht allein. Am Morgen sagte er zu seiner Frau: Ich fahre. Sie sah ihn an. Sie fragte nicht, wohin. Sie wusste es. Ich hole meine Sachen, sagte er. Sie ging in die Küche. Sie machte Kaffee. Sie füllte eine Tasche mit Brot und Äpfeln. Als er den Raum verließ, legte sie ihre Hand auf seine Schulter, genau wie am Abend zuvor. Es ist gut, sagte sie. Er nickte.

Der erste Schritt.

Der Bahnhof war fast leer. Ein paar Reisende standen auf dem Bahnsteig, ihre Atemwolken stiegen in die kalte Luft. Der alte Mann trug einen Koffer, der zu schwer war. Er hatte zu viele Bücher eingepackt. Keins davon würde er lesen. Der Zug kam. Er stieg ein. Das Fenster beschlug. Er wischte es mit dem Ärmel frei. Draußen zog das Haus der hundert Handwerker vorbei, dann der Garten, dann die Stadt, dann die Felder. Der Zug fuhr nach Süden. Er wusste nicht, wo er aussteigen würde. Er wusste nur, dass er unterwegs sein musste. Die Landschaft veränderte sich. Die Hügel wurden flacher. Die Bäume wurden seltener. Der Himmel wurde weiter. Er sah einen Bauern, der auf einem Traktor saß. Er sah einen Mann mit einer Mistgabel in der Hand. Er sah zwei Frauen, die an einer Scheune arbeiteten. Handwerker, dachte er. Bauern. Arbeiter. Menschen, die mit ihren Händen etwas taten. Er schaute auf seine eigenen Hände. Sie hatten geschrieben. Sie hatten Bücher gefüllt. Aber sie hatten lange nichts mehr getan. Er ballte sie zu Fäusten. Dann öffnete er sie wieder. Der Zug fuhr weiter.

Die Ankunft im Dorf.

Zwei Tage dauerte die Reise. Er stieg aus, als der Zug nicht mehr weiterfuhr. Ein kleiner Bahnhof. Ein Schild mit einem Namen, den er nicht aussprechen konnte. Das Dorf lag am Rand eines weiten Tales. Die Häuser waren aus Stein und Lehm. Die Straßen waren unbefestigt. Der Wind roch nach Erde und Gras. Er fragte nach dem Pferd. Die Leute schauten ihn an, als hätte er nach einem Geist gefragt. Aber dann zeigte eine alte Frau den Weg. Es ist am Ende der Straße, sagte sie. Aber es wird nicht mehr lange leben. Er ging. Die Straße war schlammig. Der Regen der letzten Nacht hatte sich in den Rinnsteinen gesammelt. Er sprang über eine Pfütze, die zu breit war, und landete im Matsch. Die Arbeit des Gehens war schwerer, als er gedacht hatte. Dann sah er den Stall. Es war ein verfallener Bau aus Holz und Rost. Die Tür hing schief in den Angeln. Der Geruch von feuchtem Stroh und alter Wärme schlug ihm entgegen. Er blieb stehen. Er hörte ein Atmen. Flach. Mühsam. Er trat ein.

Das Pferd.

Das Pferd lag auf dem Boden. Es war nicht mehr als ein Gerippe. Die Rippen zeichneten sich unter der dünnen Haut ab. Die Mähne war verfilzt. Die Augen waren halb geschlossen. Der alte Mann kniete nieder. Das Stroh knirschte unter seinem Gewicht. Er sah die Narben. Überall. Auf den Flanken, auf den Beinen, auf dem Hals. Menschen hatten dieses Tier geschlagen, getreten, gequält. Sie hatten ihm nie Liebe gegeben. Sie hatten ihm nie Fürsorge geschenkt. Die Krankheit hatte den Körper ergriffen. Aber die Wunden im Inneren waren größer. Er legte seine Hand auf den Kopf des Pferdes. Die Haut war warm. Das Fell war rau. Das Pferd öffnete die Augen. Es sah ihn an. Es gab keinen Vorwurf in diesem Blick. Kein Misstrauen. Keine Angst. Es hatte einfach aufgehört zu glauben, dass jemand kam. Der alte Mann spürte die Tränen in seinen Augen. Er weinte nicht oft. Er hatte das Weinen verlernt, irgendwann, zwischen den Geschichten, die er schrieb. Aber hier, in diesem Stall, in diesem fremden Land, weinte er. Ich bin da, flüsterte er. Ich bleibe bei dir.

Die erste Nacht.

Er blieb. Die Sonne ging unter. Der Stall wurde dunkel. Er zündete eine Kerze an, die er im Dorf gekauft hatte, und stellte sie auf einen rostigen Nagel. Das Licht flackerte. Die Schatten tanzten an den Wänden. Er setzte sich auf einen umgedrehten Eimer. Er saß da und beobachtete das Pferd. Es atmete schwer. Manchmal zuckte es im Schlaf. Manchmal stöhnte es leise. Er sprach zu ihm. Er erzählte von seiner Frau. Von dem Haus, das die Handwerker gebaut hatten. Von den Büchern, die er geschrieben hatte. Von den Geschichten, die er nicht mehr schreiben konnte. Das Pferd hörte zu. Es konnte ihn nicht verstehen. Aber es hörte zu. Die Kerze brannte nieder. Die Nacht wurde kälter. Er zog den Mantel enger um sich, aber er zitterte. Er dachte an seine Frau. Sie war jetzt zu Hause, in dem warmen Zimmer, in dem Kamin. Er dachte an die Arbeit, die ihn erwartete. Die weißen Blätter auf dem Schreibtisch. Er dachte an das Pferd, das neben ihm lag, das atmete, das noch lebte. Ich bleibe, sagte er.

Das Dorf am Morgen.

Am nächsten Morgen ging er in das Dorf. Seine Füße schmerzten. Der Schlamm war gefroren. Er sprach mit den Dorfbewohnern. Sie waren misstrauisch, aber sie halfen. Eine Frau gab ihm Milch. Ein Mann gab ihm einen Eimer mit Wasser. Ein alter Bauer, der Pferde kannte, brachte ihm Heu. Das ist gut, sagte der Bauer. Aber es wird nicht reichen. Ich weiß, sagte der alte Mann. Warum machst du das? fragte der Bauer. Er sah den Bauern an, einen Mann mit verarbeiteten Händen, mit Falten im Gesicht, mit dem Geruch von Pferd in seiner Kleidung. Weil niemand sonst es tut, sagte er. Der Bauer nickte. Er kehrte zum Stall zurück. Er gab dem Pferd Wasser. Es trank. Ein paar Tropfen. Mehr nicht. Er gab ihm Heu. Es roch daran. Es fraß nicht. Er setzte sich wieder auf den Eimer. Er sprach weiter. Seine Stimme war heiser. Das Pferd öffnete die Augen und sah ihn an. Es atmete einmal tief ein. Dann aus. Dann noch einmal.

Die zweite Nacht.

Die zweite Nacht war kälter. Der Wind pfiff durch die Ritzen der Stallwand. Der alte Mann fror. Er hatte nicht genug Kleidung eingepackt. Er hatte nicht gewusst, wie kalt es hier werden würde. Aber er blieb. Er legte seine Hand auf den Kopf des Pferdes. Es war warm. Zu warm. Das Fieber. Ich bin hier, sagte er. Ich gehe nicht. Das Pferd zitterte. Er legte seinen Mantel über den Körper des Tieres. Der Mantel war zu klein. Aber es war etwas. Er dachte an die Handwerker, die sein Haus gebaut hatten. Sie hatten Stein auf Stein gesetzt, Balken auf Balken. Sie hatten etwas geschaffen, das hielt. Er war selbst ein Handwerker gewesen. Ein Handwerker der Worte. Aber Handwerker brauchen Material. Er hatte kein Material mehr. Das Pferd brauchte etwas, das er nicht hatte. Aber er gab ihm, was er hatte. Seine Zeit. Seine Wärme. Seine Stimme. Um Mitternacht hörte das Pferd auf zu zittern. Es atmete ruhiger. Der alte Mann schloss die Augen.

Der Morgen der Stille.

Der alte Mann erwachte, weil es still geworden war. Das Pferd atmete nicht mehr. Er öffnete die Augen. Das Tier lag da, regungslos. Der Kopf war zur Seite geneigt. Die Augen waren geschlossen. Er wusste es, bevor er es prüfte. Er legte die Hand auf den Hals des Pferdes. Kein Puls. Kein Atem. Es war friedlich. Es hatte keine Schmerzen mehr. Der alte Mann stand auf. Seine Beine zitterten. Er lehnte sich an die Wand und weinte. Er weinte lange. Dann ging er hinaus in den Morgen. Die Sonne stand tief am Horizont. Der Nebel lag über den Feldern. Die Vögel sangen. Er atmete die kalte Luft ein. Er dachte an die Arbeit, die auf ihn wartete. Die weißen Blätter. Die leeren Seiten. Er dachte an die Handwerker, die das Haus gebaut hatten. Die Mühe, die sie in jeden Stein gelegt hatten. Er dachte an das Pferd, das keine Schmerzen mehr hatte. Es war gut.

Der Abschied von der Arbeit.

Er begrub das Pferd am Rande des Dorfes. Die Männer des Dorfes halfen ihm. Sie gruben ein Loch unter einem alten Baum. Sie hoben das Tier hinunter. Sie warfen die Erde darüber. Der alte Mann stand am Grab. Er sagte nichts. Dann ging er. Der Zug war voller Menschen. Er fand einen Platz am Fenster. Die Landschaft zog vorbei. Die Hügel. Die Bäume. Die Dörfer. Er dachte an nichts. Er dachte an alles. Die Fahrt dauerte zwei Tage. Er aß das Brot, das seine Frau ihm gegeben hatte, und die Äpfel. Sie waren welk, aber sie schmeckten gut. Als er zu Hause ankam, stand seine Frau an der Tür. Sie sah ihn an. Sie sah seine müden Augen, seine schmutzige Kleidung, seine leeren Hände. Sie sagte nichts. Sie umarmte ihn. Er legte den Kopf auf ihre Schulter. Es ist vorbei, sagte er. Nein, sagte sie. Es fängt an.

Die Rückkehr.

Er betrat das Haus der hundert Handwerker. Es roch nach Staub und nach alten Büchern. Die Regale standen voll. Die Wände hingen voller Bilder. Er ging durch die Zimmer. Diesmal sah er sie anders. Die Arbeit der Handwerker war nicht umsonst gewesen. Sie hatten etwas geschaffen, das überdauerte. Die Mauern hatten gehalten. Die Balken hatten getragen. Er setzte sich an den Schreibtisch. Die weißen Blätter lagen noch da, genau wie vor zwei Wochen. Der Stift lag noch daneben. Der Tee war längst kalt geworden. Er nahm den Stift. Das Papier war glatt. Es war bereit. Er schrieb das erste Wort. Es war nicht das richtige Wort. Er strich es durch. Er schrieb ein anderes. Das war auch nicht richtig. Er legte den Stift weg. Dann nahm er ihn wieder auf. Er schrieb nicht über Märchen. Er schrieb über das Pferd. Er schrieb über die Reise. Er schrieb über die Arbeit der Handwerker und über die Krankheit, die man nicht sieht. Er schrieb die Wahrheit.

Die erste Geschichte.

Die Geschichte handelte von einem alten Mann, der in ein fremdes Land reiste, um einem sterbenden Pferd Gesellschaft zu leisten. Sie handelte von der Arbeit, die ein Leben füllt, und der Krankheit, die es leer macht. Sie handelte von Handwerkern, die Mauern bauen, und von Menschen, die Brücken bauen, die man nicht sehen kann. Er schrieb drei Tage lang. Seine Frau brachte ihm Essen. Sie stellte es auf den Tisch. Sie sagte nichts. Am vierten Tag las er, was er geschrieben hatte. Er weinte nicht. Aber er lächelte. Es war gut. Nicht perfekt. Aber gut. Er zeigte es seiner Frau. Sie las es. Sie sah ihn an. Das ist das Beste, was du je geschrieben hast, sagte sie. Er wusste, dass sie recht hatte.

Die Reaktion der Leser.

Die Geschichte wurde veröffentlicht. Die Leser schrieben ihm Briefe. Sie riefen ihn an. Sie kamen zu Besuch. Sie sagten: Das hat mich berührt. Sie sagten: Das habe ich gebraucht. Sie sagten: Ich fühle mich nicht mehr allein. Der alte Mann las die Briefe. Er saß in seinem Arbeitszimmer, die Blätter lagen auf dem Tisch, die Worte der Menschen umgaben ihn. Er hatte geglaubt, dass er nichts mehr zu sagen hatte. Aber er hatte irgendwo tief in sich eine Geschichte gefunden, die er nicht gesucht hatte. Die Arbeit war zurückgekehrt. Die Krankheit war nicht verschwunden. Sie war da, in den stillen Momenten, in den Nächten, wenn er allein war. Aber sie hatte ihre Macht verloren. Er hatte etwas gefunden, das stärker war.

Die Arbeit des Schreibens.

Er schrieb weiter. Jeden Tag. Von morgens bis abends. Manchmal kamen die Worte leicht. Manchmal schwer. Aber sie kamen. Er schrieb über die Handwerker, die das Haus gebaut hatten. Über ihre Hände, die gearbeitet hatten, während er geschrieben hatte. Er schrieb über die Bauern, die ihm auf der Reise geholfen hatten. Über ihre harten Hände, ihre schweigsamen Gesichter. Er schrieb über seine Frau, die nie aufgehört hatte, an ihn zu glauben. Die Arbeit war sein Leben geworden. Aber dieses Mal fühlte sie sich nicht wie Arbeit an. Es war, als würde atmen.

Das Leben danach.

Ein Jahr verging. Der alte Mann saß wieder am Fenster. Der Frühling kam. Die Bäume trieben aus. Die Vögel bauten Nester. Er sah das alles, aber diesmal sah er es anders. Die Handwerker hatten sein Haus gebaut. Seine Frau hatte es gefüllt. Er selbst hatte es mit Geschichten belebt. Das Pferd war tot. Aber es hatte ihm etwas gegeben, das er nicht mehr verlieren konnte. Die Liebe. Das Mitgefühl. Die Fähigkeit, zu fühlen. Er legte den Stift weg. Die Arbeit war getan. Für heute. Morgen würde er weitermachen. Er sah seine Frau in der Tür stehen. Sie lächelte. Er lächelte zurück. Es war gut.

Epilog.

Der alte Mann schrieb noch viele Jahre. Er schrieb nicht mehr über Prinzen und Feen. Er schrieb über das Leben. Über die Arbeit, die es füllt. Über die Krankheit, die es leer macht. Über die Handwerker, die die Welt bauen, und über die Menschen, die sie mit Liebe füllen. Die Leser kamen weiter. Sie lasen seine Geschichten. Sie schrieben ihm Briefe. Sie erzählten ihm, dass seine Worte sie getragen hatten. Er las die Briefe. Er beantwortete sie. Er wusste, dass er nicht mehr lange schreiben würde. Aber das war in Ordnung. Die Arbeit war getan. Das Pferd des Lebens war nicht mehr allein.

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