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Das Abenteuer des kühnen Zwerges und das Geheimnis des Pilzhauses von Scharfenstein.

Der Duft von frisch gebrautem Holunderblütenwein hing schwer in der abendlichen Waldluft, als ich zum ersten Mal den kleinen Filibert zwischen den moosbewachsenen Wurzeln entdeckte.

Der Kellermeister erzählt.

Ich bin der Kellermeister von Scharfenstein, Hüter der alten Rezepte und Braukünste unserer Zwergengemeinschaft. Seit vierzig Jahren bereite ich die Tränke zu, die nicht nur den Durst stillen, sondern auch Herzen öffnen und Geheimnisse bewahren. Meine Hände sind rau von Holzfasern und Kräutern, meine Nase kennt jeden Duft, der durch unseren Wald weht. Die Menschen kommen zu uns, weil sie spüren, dass hier etwas Besonderes wartet. Nicht nur auf unseren Tischen mit erzgebirgischen Leckereien, sondern in der Luft, im Zwitschern der Vögel, im Rascheln der Blätter. Ich erzähle diese Geschichte nicht, weil ich muss, sondern weil sie erzählt werden will. Filiberts Abenteuer veränderte uns alle. Und wenn Sie heute durch den Pilzhauswald wandern und plötzlich den Geruch von warmem Zimt und frischen Pilzen wahrnehmen, dann wissen Sie, dass die Magie noch immer lebt. Sie müssen nur innehalten, tief einatmen und die Augen für das Unsichtbare öffnen. Der Wald gibt seine Geschichten denen preis, die bereit sind, leise zu sein. Und genau das tat Filibert an jenem Morgen, als er zum ersten Mal unsere Pfade betrat – ungehört, ungesehen, doch von einer Ahnung geführt, die stärker war als jeder Wegweiser.

Der Wald erwacht.

Morgentau glitzerte auf den Spinnweben, als ich meinen ersten Rundgang durch den Pilzhauswald machte. Die Sonne kämpfte sich durch das dichte Blätterdach und malte goldene Muster auf den moosigen Boden. Ich trug einen kleinen Korb mit frischen Brombeeren für den Frühstückstrank. Die Luft roch nach feuchter Erde und wildem Thymian. Plötzlich hörte ich ein leises Stolpern hinter einem knorrigen Eichenstumpf. Vorsichtig schob ich die Zweige beiseite und sah den kleinen Zwerg Filibert, wie er sich die Stirn rieb und einen riesigen roten Pilz betrachtete. Sein Bart war voller Moosfasern, seine Augen weit vor Staunen. Ich kannte jeden Zwerg in unserem Wald, aber diesen Fremden hatte ich noch nie gesehen. Seine Kleidung war seltsam fremdartig, aus grobem Stoff und mit silbernen Knöpfen verziert. Er murmelte etwas von einem verzauberten Weg und einem verlorenen Schlüssel. Ich trat leise näher und bot ihm eine Handvoll Brombeeren an. Seine Finger waren eiskalt, aber sein Lächeln wärmte mich mehr als jeder meiner Tränke je könnte. In diesem Moment wusste ich, dass unser Wald einen neuen Freund gefunden hatte. Noch ahnte ich nicht, dass dieser Fund weit mehr bedeuten würde als eine bloße Begegnung.

Die Pilzhaustür.

Filibert starrte auf die kleine Holztür am Fuße des riesigen Fliegenpilzes. Seine Finger zitterten leicht, als er die Türklinke aus poliertem Haselnusszweig berührte. Ich beobachtete ihn aus sicherer Entfernung, meinen Kräuterkorb fest umklammert. Der Pilz leuchtete in einem tiefen Rot, das im Morgenschein fast zu pulsieren schien. Filibert drehte sich zu mir um, seine Augen voller Fragen. Ich nickte nur stumm. Mit einem leisen Quietschen öffnete sich die Tür. Ein warmer Lichtschein fiel heraus, gemischt mit dem Duft von Zimt und Ahornholz. Filiberts Atem stockte. Drinnen erkannte ich schemenhaft eine winzige Küche, einen Ofen aus Lehm und Regale voller glitzernder Gläser. Ein kleiner Vogel mit blauem Gefieder saß auf einer Holzstange und putzte sich die Federn. „Willkommen, kleiner Wanderer“, zwitscherte er mit überraschend tiefer Stimme. Filibert trat ein, ohne zu zögern. Die Tür fiel leise hinter ihm ins Schloss. Ich lächelte in meinen Bart. So begann jede große Geschichte in unserem Wald – mit einer offenen Tür und einem mutigen Herzen. Dass diese Tür jedoch ein Tor zu weit mehr werden würde, sollte sich bald zeigen.

Die zwitschernden Wegweiser.

Der blaue Vogel führte Filibert durch verwinkelte Gänge im Inneren des Pilzhauses. Ich folgte ihnen durch ein kleines Fenster, das wie von Zauberhand geöffnet worden war. Die Wände des Hauses bestanden aus festgepresstem Moos und dufteten nach Wald und Regen. Der Vogel flatterte voran, sein blau glänzendes Gefieder warf schimmernde Reflexe an die Wände. Bald erreichten sie einen runden Raum, dessen Decke wie ein Sternenhimmel bemalt war. In der Mitte stand ein Tisch aus Birkenholz, darauf eine dampfende Kanne Tee und zwei winzige Tassen. „Setz dich, Fremder“, sagte der Vogel. „Dies ist der Ort der Wahrheiten.“ Filibert setzte sich vorsichtig auf einen der Holzstühle. Draußen hörte ich das leise Rascheln der Blätter, als würden sie mitlauschen. Der Vogel goss Tee ein, der nach Fichten und Wildbeeren schmeckte. „Ich kenne deinen Namen, Filibert“, sagte er. „Und ich kenne deine Sehnsucht. Du suchst nach etwas, das du verloren geglaubt hast.“ Filiberts Hände umklammerten die Tasse fester. Seine Augen glänzten feucht. „Ja“, flüsterte er. „Die Magie.“ Der Vogel nickte langsam. „Die Magie ist nie fort, sie wartet nur darauf, wiederentdeckt zu werden. Aber zuerst musst du die anderen kennenlernen.“ Während er sprach, fiel ein erster, leichter Windstoß durch die Zweige draußen – noch kaum spürbar, aber da.

Die fröhlichen Waldzwerge.

Der Pfad führte uns tiefer in den Wald, vorbei an Bächen, die über glatte Steine plätscherten. Filibert folgte dem Vogel, ich blieb in respektvollem Abstand. Plötzlich öffnete sich eine kleine Lichtung. Dutzende Zwerge waren emsig damit beschäftigt, winzige Häuschen aus Zweigen und Moos zu bauen. Sie lachten und sangen, ihre Stimmen mischten sich mit dem Vogelgezwitscher zu einer fröhlichen Melodie. Einer der Zwerge trug eine rote Zipfelmütze mit goldenen Sternen, sein Bart war zu komplizierten Zöpfen geflochten. „Hoho, ein Besucher!“, rief er und kam auf Filibert zugelaufen. „Ich bin Bartholomäus, der Baumeister. Und das hier ist unser Zuhause.“ Filibert starrte auf die kunstvollen Häuschen, jedes mit kleinen Fenstern aus durchsichtigem Harz und Türen aus Eichenrinde. Die Zwerge umringten ihn neugierig, boten ihm Beeren und frisch gebackenes Brot an. Ihr Lachen war ansteckend, ihre Hände geschickt und warm. Ich beobachtete, wie Filiberts angespannte Schultern sich langsam entspannten. In seinen Augen sah ich das erste Mal echte Freude. Diese Zwerge hatten etwas, das die Menschenwelt fast vergessen hatte – die Fähigkeit, im Moment zu leben und kleine Dinge zu feiern. Ihr Wald war nicht nur ein Ort, sondern ein Gefühl. Doch während wir lachten, zogen am Himmel erste dünne Wolken auf, und der Wind trug einen Hauch von Kälte heran, den nur ich zu spüren schien.

Die steinernen Geheimnisse.

Nach dem ersten Kennenlernen führte ich Filibert und die neugierigen Zwerge zu unserem besonderen Ort – den alten Mauern der Burg Scharfenstein. Die Sonne stand hoch am Himmel, als wir den steilen Pfad hinaufstiegen. Der Burgstein war warm von der Sonne, seine rauen Flächen voller kleiner Ritzen und Höhlen. Ich legte meine Hand auf die kalte Oberfläche. „Die Steine erzählen Geschichten“, sagte ich leise. Filibert berührte vorsichtig die Mauer. Seine Finger glitten über die uralten Furchen. „In den Abendstunden, wenn der Nebel aus den Tälern kriecht, kann man manchmal Stimmen hören. Nicht die der Toten, sondern die der Erinnerungen.“ Die Zwerge um uns wurden still. Selbst Bartholomäus hörte auf zu summen. „Hier lebte einst ein Schmied“, fuhr ich fort. „Er schmiedete nicht nur Äxte und Pflüge, sondern auch Träume. Sein Werkzeug liegt noch immer in einer verborgenen Kammer unter der Burg. Die Legende sagt, wer seine Werkstatt findet, findet auch den Schlüssel zur Magie unseres Waldes.“ Filiberts Augen leuchteten auf. „Wo ist diese Kammer, Kellermeister?“ Ich lächelte geheimnisvoll. „Der Wald zeigt den Weg nur denen, die aufmerksam genug sind, zuzuhören. Und manchmal, fügte ich hinzu, muss man erst etwas geben, bevor man etwas empfängt.“ Als wir den Burgberg wieder hinunterstiegen, spürte ich eine seltsame Schwere in der Luft. Die Blätter raschelten, obwohl kein Wind ging. Ich sagte nichts, aber ich wusste: Im Wald würde bald etwas geschehen.

Die Kristallkönigin.

Als wir zur Lichtung zurückkehrten, erwartete uns eine Gestalt, die alle Zwerge verstummen ließ. Die Zwergenkönigin saß auf einem Thron aus geflochtenen Weidenzweigen, ihr Haar mit winzigen Kristallen geschmückt. Ihre Krone funkelte im Sonnenlicht, als hätte sie Sterne eingefangen. Filibert verbeugte sich tief, seine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Eure Majestät.“ Die Königin lächelte sanft. „Steh auf, kleiner Wanderer. Wir haben auf dich gewartet.“ Ihre Stimme klang wie das Rauschen eines Bergbaches. „Setz dich zu uns.“ Die Zwerge bildeten einen Kreis um sie, ihre fröhlichen Gesichter waren ernst geworden. Ich brachte einen Krug mit selbst gebrautem Apfelwein und kleine Gläser aus durchsichtigem Bergkristall. Die Königin nippte an ihrem Wein. „Der Wald braucht dich, Filibert. Die Menschen haben die Magie vergessen. Sie sehen nur Bäume und Steine, nicht die Geschichten, die in ihnen schlummern.“ Filibert blickte in die Runde der Zwerge, sah ihre besorgten Augen. „Was kann ich tun?“ Die Königin legte ihre kleine Hand auf seine. „Erinnere sie. Erzähle ihnen von uns. Zeig ihnen, dass Magie nicht in Zauberstäben steckt, sondern im Herzen jedes Menschen, der bereit ist, zu glauben.“ In diesem Moment verstand ich, warum Filibert zu uns gekommen war. Er war nicht nur ein Besucher, er war eine Brücke zwischen zwei Welten. Ich sah zum Himmel: Die Wolken waren dichter geworden, und ein kühler Wind strich über die Lichtung. Die Königin warf einen raschen Blick nach oben, doch sie sagte nichts.

Das Fest der Geschmäcker.

Die Vorbereitungen für das große Fest begannen bei Sonnenaufgang. Ich arbeitete in meiner kleinen Küche am Waldrand, wo der Duft von frisch gebackenem Brot und gerösteten Nüssen die Luft erfüllte. Meine Kupferkessel glänzten im Feuerschein, in ihnen köchelten wilde Beeren und Kräuter. Filibert half mir, die Zutaten zuzubereiten. Seine Hände waren geschickter, als ich gedacht hätte. Er schnitt Karotten in winzige Würfel, zupfte Thymianblättchen von den Stielen. Die anderen Zwerge brachten Tische aus Birkenholz, dekorierten sie mit Blumen und Moos. Bartholomäus baute ein kleines Podest für die Königin. Ich bereitete meinen besonderen Trank zu – eine Mischung aus Holunderblüten, Zitronenmelisse und einem Hauch Honigtau. „Dieser Trank öffnet nicht nur die Herzen“, flüsterte ich Filibert zu, „sondern auch die Erinnerungen.“ Als die Sonne unterging, waren alle Vorbereitungen abgeschlossen. Die Tische bogen sich unter der Last der Speisen: Pilzpasteten mit Kräutern, Beerenkuchen mit Vanillecreme, geräucherte Forellen aus dem Gebirgsbach. Die Luft war schwer vom Duft des Essens und der Vorfreude. Filibert blickte sich um, sein Gesicht strahlte. „Dies ist mehr als ein Fest“, sagte er leise. „Dies ist ein Versprechen.“ Ich nickte. Ein Versprechen, dass die Magie niemals stirbt, solange jemand bereit ist, sie zu teilen. Doch während wir die letzten Vorbereitungen trafen, legte sich eine unheimliche Stille über den Wald. Die Vögel verstummten. Die Blätter hingen regungslos. Ich spürte es, bevor der erste Windstoß kam: Etwas Dunkles zog auf.

Der Keller der Erinnerungen.

Nach dem Fest führte ich Filibert zu meinem geheimsten Ort – dem Keller unter meinem Haus. Die steile Holztreppe knarrte unter unseren Schritten. Unten erwartete uns ein Gewölbe, dessen Wände mit Fässern und Flaschen bedeckt waren. Jedes Gefäß trug eine handgeschriebene Bezeichnung auf einem Pergamentetikett. „Dies ist der Ort, wo Zeit reift“, sagte ich und entzündete eine Kerze. Der Schein flackerte über die staubigen Flaschen. „Hier lagern nicht nur Weine und Brände, sondern auch Erinnerungen. Diese Flasche hier –“ ich deutete auf einen kleinen dunklen Krug – „enthält den ersten Schnee des vergangenen Winters. Jemand trinkt davon und erinnert sich an die Reinheit der Kindheit.“ Filibert betrachtete die Regale mit ehrfürchtigem Staunen. „Und diese Flasche“, fuhr ich fort und nahm einen Kristallkrug mit goldenem Inhalt, „birgt den Duft des ersten Frühlingsregens. Sie öffnet die Herzen für neue Anfänge.“ Filibert berührte vorsichtig eine der Flaschen. „Was ist in diesem Fass?“ Er deutete auf ein großes Eichenfass in der Ecke. Ich lächelte. „Das ist der Trank der Zusammengehörigkeit. Aus Beeren, die alle Zwerge gemeinsam gesammelt haben, und Wasser aus unserem heiligsten Quell. Nur in schweren Zeiten darf er geöffnet werden.“ Filibert nickte langsam. Er verstand, dass dieser Keller mehr war als ein Lagerraum. Er war das Gedächtnis unseres Waldes, bewahrt in Flüssigkeit und Glas. In diesem Moment wusste ich, dass er bereit war für das, was kommen würde. Draußen hörten wir ein fernes, tiefes Grollen. Der Himmel wurde dunkler. Die Zeit war gekommen.

Die Dunkelheit zieht auf.

Der Himmel über dem Pilzhauswald verdunkelte sich plötzlich. Noch am Nachmittag hatte die Sonne durch die Blätter gefiltert, nun zogen schwere Wolken auf. Der Wind frischte auf, trug den beißenden Geruch von Regen und feuchter Erde mit sich. Die Zwerge spürten die Veränderung zuerst. Ihr fröhliches Lachen erstarb, ihre Gesichter wurden ernst. Bartholomäus blickte besorgt zum Himmel. „Ein Sturm kommt“, sagte er leise. „Nicht irgendein Sturm.“ Filibert stand neben mir, seine kleine Hand griff nach meinem Arm. Ich spürte seine Angst durch den Stoff meines Hemdes. Der Wind heulte jetzt durch die Baumkronen, riss Blätter und Zweige mit sich. Die ersten Regentropfen prasselten auf das Dach meines Hauses. Die Königin erschien auf der Lichtung, ihr Kristallkleid glitzerte im fahlen Licht. „Der Wald braucht uns!“, rief sie mit fester Stimme. „Der Sturm will nicht nur Bäume entwurzeln, er will unsere Erinnerungen auslöschen.“ Filibert blickte zu mir auf. „Was können wir tun?“ Seine Stimme zitterte nicht mehr. Ich atmete tief durch. Der Kellermeister in mir wusste, was zu tun war. Mein besonderer Trank, der Trank der Zusammengehörigkeit. Aber er allein würde nicht genügen. Wir brauchen etwas mehr. Etwas, das der Sturm nicht besiegen kann. Filibert nickte langsam. „Mut“, sagte er. „Und Zusammenhalt.“ „Genau“, flüsterte ich. „Und vielleicht noch etwas, das nur du geben kannst.“

Der Trank der Hoffnung.

Im Keller brannten die Kerzen hell, der Sturm tobte über uns. Ich öffnete das große Eichenfass mit zitternden Händen. Der Duft, der daraus aufstieg, war überwältigend – nach wilden Beeren, frischem Quellwasser und etwas Unaussprechlichem. Filibert half mir, den Trank in kleine Flaschen abzufüllen. Seine Bewegungen waren präzise, trotz des Donners, der über uns grollte. Draußen hörte ich die Stimmen der Zwerge, die sich versammelten. Der Regen prasselte jetzt so stark, dass das Dach zu beben schien. Bartholomäus kam herein, sein Bart triefend nass. „Der Sturm ist da“, sagte er nur. „Die Königin wartet.“ Ich nahm eine der Flaschen und reichte sie Filibert. „Dieser Trank braucht etwas Besonderes“, sagte ich. „Etwas, das nur du geben kannst.“ Filibert blickte mich fragend an. „Deine Geschichte“, erklärte ich. „Deine Erinnerung an die Magie.“ Er verstand sofort. Er legte seine Hand auf die Flasche, schloss die Augen. Ich sah, wie sein Gesicht weich wurde, wie Erinnerungen in ihm aufstiegen – vielleicht die ersten Sonnenstrahlen in seinem Heimatdorf, das Lachen seiner Freunde, der Duft von Brot an einem Morgen, als er noch glaubte, dass Magie überall sei. Als er die Augen wieder öffnete, glühte die Flüssigkeit in der Flasche in einem sanften Blau. Ich lächelte. So muss es sein. Jeder Zwerg bekam eine Flasche, jeder trug seine eigene Erinnerung, seine eigene Hoffnung darin. Als wir den Keller verließen, war der Sturm auf seinem Höhepunkt. Der Regen peitschte uns ins Gesicht, der Wind riss an unseren Kleidern. Aber in unseren Händen trugen wir etwas Stärkeres als den Sturm – das Licht der gemeinsamen Erinnerung.

Der Kampf im Sturm.

Die Lichtung war ein Chaos aus peitschendem Regen und heulendem Wind. Die Zwerge standen dicht zusammen, ihre kleinen Gestalten gegen die Urgewalt des Sturms. Blitze zuckten am Himmel, erhellten für Sekundenbruchteile ihre entschlossenen Gesichter. Filibert stand in ihrer Mitte, sein roter Umhang flatterte wild im Wind. Die Königin hob ihre Hand. „Jetzt!“, rief sie gegen den Sturm an. Gleichzeitig öffneten alle Zwerge ihre Flaschen. Der Trank strömte heraus, nicht als Flüssigkeit, sondern als strahlendes Licht. Es stieg in die Luft, formte sich zu einem Netz aus goldenen Fäden, das sich über den Wald spannte. Der Sturm tobte wilder, Donner krachte so laut, dass die Erde bebte. Filibert trat vor, seine Stimme übertönte den Lärm. „Die Magie ist nicht fort“, rief er. „Sie lebt in uns!“ Seine Worte trafen das Lichtnetz, ließen es heller strahlen. Ich sah, wie der Sturm sich dagegenstemmte, wie die Winde versuchten, das Netz zu zerreißen. Aber es hielt stand. Das Licht breitete sich aus, berührte die Bäume, die Felsen, die Erde. Der Regen wurde sanfter, der Wind ließ nach. Langsam, fast unmerklich, begann der Sturm seine Kraft zu verlieren. Die Wolken lichteten sich, erste Sonnenstrahlen bahnten sich einen Weg durch die Dunkelheit. Die Zwerge jubelten, ihre Stimmen mischten sich mit dem leisen Rauschen des Waldes, der sich beruhigte. Filibert sank erschöpft auf die Knie, aber sein Lachen war laut und frei. Wir haben es geschafft, flüsterte er. Wir haben die Magie bewahrt.

Die Rückkehr des Lichts.

Die Sonne brach vollständig durch die Wolken, tauchte den Wald in ein goldenes Licht. Der Regen hatte die Blätter gewaschen, sie glänzten wie frisch poliertes Grün. Der Duft von nassem Moos und frischer Erde erfüllte die Luft. Die Zwerge umarmten sich, ihre Gesichter strahlten vor Erleichterung und Freude. Bartholomäus begann zu singen, eine alte Melodie, die von Mut und Zusammenhalt erzählte. Andere stimmten ein, ihre Stimmen harmonierten perfekt mit dem Vogelgezwitscher, das langsam wieder einsetzte. Die Königin trat zu Filibert, der immer noch auf der Lichtung kniete. Sie legte ihre Hand auf seinen Kopf. „Du hast uns gerettet, kleiner Wanderer.“ Aber Filibert schüttelte den Kopf. „Nein, Eure Majestät. Wir haben uns gegenseitig gerettet.“ Der Wald hat uns gezeigt, dass Magie nicht allein in Tränken oder Zaubersprüchen liegt. Sie liegt im Zusammenhalt, im Glauben aneinander. Ich stand daneben, beobachtete diese Szene mit feuchten Augen. Mein Kellermeisterherz war voll. Dies war mehr wert als alle meine Rezepte, alle meine Tränke. Filibert erhob sich, ging zu mir. „Danke“, sagte er einfach. „Für alles.“ Ich legte meine Hand auf seine Schulter. „Der Dank gebührt dir. Und dem Wald, der dir den Weg gezeigt hat.“ Bartholomäus kam herbei, seine Augen funkelten vor Schalk. „Was ist mit dem Festessen? Der Sturm hat unseren Hunger nicht vertrieben.“ Alle lachten, ein warmes, echtes Lachen, das durch den Wald hallte. Selbst die Bäume schienen mitzulachen, ihre Blätter raschelten fröhlich im sanften Wind. Der Wald hatte gewonnen, und mit ihm alle, die an ihn glaubten. Doch der Abschied stand nun bevor, und die Freude mischte sich mit einer leisen Wehmut.

Die Brücke zwischen den Welten.

Am nächsten Morgen stand Filibert am Waldrand, bereit, in seine Welt zurückzukehren. Der Wald lag friedlich im Morgenlicht, der Sturm war nur noch eine Erinnerung. Die Zwerge hatten ihm einen kleinen Rucksack mit Proviant gegeben – getrocknete Beeren, Brot und eine kleine Flasche meines besonderen Tranks. Die Königin überreichte ihm eine winzige Kristallkugel. Darin leuchtete ein Funke des Lichts, das wir gegen den Sturm gezündet hatten. „Wenn du uns brauchst“, sagte sie, „halte die Kugel ans Herz.“ Filibert nahm sie entgegen, seine Finger zitterten leicht. Er drückte die Kugel einen Moment gegen seine Brust, und ich sah, wie sich seine Züge entspannten, als spürte er die Wärme, die in dem winzigen Kristall schlummerte. Filibert verbeugte sich tief. „Ich werde eure Geschichte erzählen“, versprach er. „Den Menschen wird es schwerfallen zu glauben“, meinte Bartholomäus besorgt. Filibert lächelte. „Glaube beginnt immer mit einer einzigen Geschichte.“ Ich trat zu ihm, reichte ihm eine letzte Flasche meines Apfelweins. „Dieser Trank enthält nicht nur Früchte“, flüsterte ich. „Er enthält auch die Erinnerung an diesen Ort. Trink davon, wenn du Zweifel hast.“ Filibert nahm die Flasche, seine Augen glänzten. „Werde ich euch wiedersehen?“ Die Königin nickte. „Der Wald findet immer einen Weg zu denen, die ihn im Herzen tragen.“ Filibert wandte sich zum Gehen, dann blieb er noch einmal stehen. Er drehte sich um, und ich sah in seinem Gesicht die Trauer des Abschieds, aber auch eine stille Zuversicht. Er drückte die Kristallkugel noch einmal an sein Herz, dann wandte er sich dem Pfad zu. Als er den Wald verließ, drehte er sich noch einmal um. Seine Silhouette hob sich gegen das helle Morgenlicht ab. Dann war er fort. Ich blieb zurück, blickte auf die Lichtung, wo noch immer Spuren des Festes lagen. Bartholomäus kam zu mir. „Glaubst du, er wird seine Geschichte erzählen?“ Ich lächelte und blickte zum Himmel, wo ein einzelner Adler kreiste. „Oh ja“, sagte ich. „Und vielleicht, eines Tages, werden seine Geschichten andere zu uns führen. Der Wald ist geduldig. Er wartet auf alle, die bereit sind, die Magie zu sehen.“ Viele Jahre später erfuhr ich, dass Filibert in die Menschenwelt zurückgekehrt war. Er hatte sich in einem Dorf am Fuß des Erzgebirges niedergelassen, wo er eine kleine Werkstatt eröffnete – ein Ort, an dem er Holzarbeiten schnitzte, die so fein waren, dass die Leute munkelten, sie seien von unsichtbaren Händen vollendet. Wenn ein Kind ihm zuhörte, erzählte er von den Zwergen und dem Pilzhauswald, von einem Sturm, der durch das Licht der Erinnerung besiegt wurde. Und manchmal, wenn er allein war, trank er einen Schluck von meinem Apfelwein, hielt die Kristallkugel ans Herz und lächelte. Dann spürte er den Duft von Zimt und Ahornholz, hörte das leise Summen der Zwerge und wusste: Der Wald hatte ihn nie verlassen. Er war nur einen Herzschlag entfernt.


Mit einem Augenzwinkern und den besten Wünschen aus den nebligen Tälern von Scharfenstein,
Ihr Kellermeister der flüssigen Erinnerungen und Freund der mutigen Zwerge.

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*Der geneigte Leser möge darüber hinwegsehen, dass wir nicht im Detail aufführen, welche verborgenen Pfade, wundersamen Baumtüren und urigen Felskeller im Zuge von zwei Weltkriegen, der Beton-Poesie einer durchgeplanten sozialistischen Landschaftspflege und zahllosen bürokratischen Flurbereinigungen schlichtweg wegrationalisiert wurden. Auch wenn die heutige Geografie beharrlich behauptet, der Pilzhauswald sei lediglich ein gewöhnliches Forstgebiet, so liegt dies vermutlich weniger an der Realität als vielmehr an der Unfähigkeit moderner Rechtschreibreformen, das Wort „Zauberwald“ noch korrekt zu buchstabieren.

Quellenangaben:
Inspiriert von der zauberhaften Welt der verspielten Zwerge von Scharfenstein, dem Pilzhause und den funkelnden Augen des zwitschernden Vogels im Wald.
Die Burg Scharfenstein im Erzgebirge
Sagenhaftes Erzgebirge Tourismusportal
Sachsen-Lese: Geschichten und Traditionen
Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen,
Meyers Konversations-Lexikon 3. Auflage 1874 - 1884
Wikipedia – Die freie Enzyklopädie

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Ein Zwergentraum in den Mauern Scharfensteins.
Zwerg mit Haus im Pilz  bei Burg Scharfenstein, er zwitscherten einige schmachtend und zart, doch andre bellten und schalten darauf, es strichen sich andre den kleinen Bart, und bauten possierliche Häuserchen auf. Sie schrien und schrieben und trieben es viel, sie rissen, zerbissen sich selber zum Spiel 953
Sage vom verlorenen Schwert und andere Mysterien in Scharfenstein
Zwerg drei Ellen vor Cunnersdorf, nun fanden die Zwerge in selbiger Gruft ein heidnisches Bild von Marmelstein, sie zerren und zogens hervor an die Luft, das, sprachen sie soll unser Abgott sein. Sie toben und loben das Bildnis fortan, den heidnischen, herrlichen Marmormann 02621
Magische Reise durch den Pilzhauswald zum Tanz der Zwerge im Mondlicht

Geheime Pfade zu Geheimnissen im Zwergenwald

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