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19.03.2010 - ToxicStudios Webdesign & Webhosting

Reise nach Brobdingnag Drittes Kapitel 4

Niemand ärgerte und kränkte mich jemals so sehr wie der Zwerg der Königin.

Da dieser nämlich so klein war, wie man bisher noch niemand im Lande gesehen hatte (ich glaube wirklich, daß er nicht höher als dreißig Fuß war), wurde er so unverschämt, als er ein noch unter ihm stehendes Geschöpf erblickte, daß er sich stets zu blähen und großzutun pflegte, sooft er im Vorzimmer an mir vorüberging, während ich auf dem Tische stand und mich mit den Herren und Damen unterhielt. Dann unterdrückte er selten einige spitze Worte über meine Kleinheit. Ich rächte mich an ihm dadurch, daß ich ihn Bruder nannte, ihn zum Ringen herausforderte und ihm Erwiderungen gab, wie sie im Munde der Hofpagen üblich sind. Eines Tages war diese boshafte, junge Katze über etwas, das ich ihm sagte, so verdrießlich, daß er auf die Seitenlehne des Armstuhls Seiner Majestät kletterte, mich um die Mitte meines Leibes packte, als ich, ohne an Arges zu denken, ruhig dasaß, in eine silberne Schale voll Milch hineinwarf und dann so schnell wie möglich fortlief. Ich kam mit dem Kopfe unter die Oberfläche der Milch, und wäre ich kein guter Schwimmer gewesen, so hätte es mir schlimm ergehen können. Glumdalclitch befand sich damals gerade am anderen Ende des Zimmers, und die Königin war so erschrocken, daß es ihr an Geistesgegenwart fehlte, mir zu helfen. Allein meine kleine Wärterin lief herbei, um mich zu retten, und zog mich heraus, nachdem ich ungefähr ein Quart Milch verschluckt hatte. Ich wurde zu Bett gebracht, erlitt jedoch keinen anderen Schaden, als daß mein Anzug vollkommen verdorben war. Der Zwerg wurde tüchtig gepeitscht und mußte außerdem zur Strafe die Milch, in die er mich geworfen, austrinken; auch erhielt er nie wieder die Gunst der Königin, und Ihre Majestät verschenkten ihn bald darauf zu meiner großen Freude an eine Frau von hohem Stande, sonst würde der boshafte Kobold seine Rache sicherlich bis zum Äußersten getrieben haben.

Schon früher spielte er mir einen Streich, über den die Königin lachen mußte, obgleich sie sich zugleich herzlich darüber ärgerte und ihn auf der Stelle kassiert haben würde, wenn ich nicht so großmütig gewesen wäre, Fürsprache für ihn einzulegen. Ihre Majestät hatten einen Markknochen auf ihren Teller genommen und stellte diesen, nachdem sie ihn vom Marke geleert, wieder aufrecht in die Schüssel, wie er zuerst gestanden hatte. Der Zwerg nun benutzte einen Augenblick, wo Glumdalclitch an

den Kredenztisch gegangen war, stieg auf den Schemel, auf dem meine Wärterin, um beim Essen zu bedienen, vorher gestanden, packte mich mit beiden Händen, drückte meine Beine zusammen und quetschte sie in den Markknochen bis über meinen Leib hinein, wo ich dann einige Zeit steckenblieb und eine sehr lächerliche Figur machte. Ich glaubte, man wußte eine ganze Minute lang überhaupt nicht, was aus mir geworden war, denn ich glaubte, es sei unter meiner Würde, laut aufzuschreien. Da aber alle Gerichte nur selten warm auf eine fürstliche Tafel gebracht werden, wurde die Haut meiner Schenkel nicht verbrannt, und nur die Strümpfe und die Beinkleider gerieten in einen schlimmen Zustand. Der Zwerg erhielt auf meine Bitte keine andere Strafe als eine genügende Anzahl derber Peitschenhiebe.

Die Königin spottete häufig über meine Furchtsamkeit und fragte mich gewöhnlich, ob alle Leute in meinem Vaterland dieselbe Feigheit wie ich besäßen. Die Veranlassung war folgende: Das Königreich wird im Sommer sehr durch Fliegen überschwemmt, und die verhaßten Insekten, von der Größe einer Lerche, gönnten mir durch ihr ewiges Summen an meinen Ohren keinen Augenblick Ruhe; oft setzten sie sich auf meine Nahrung und ließen dort ihren ekelhaften Unrat und ihre Eier zurück, die mir, aber nicht den Eingeborenen des Landes, sichtbar waren, weil diese für kleinere Gegenstände kein scharfes Gesicht besitzen. Bisweilen setzten sie sich mir auf Nase und Stirn und beängstigten mich dadurch bis zum äußersten, denn zugleich stanken sie auch auf höchst ekelhafte Weise; ich konnte sogar jene klebrige Materie genau sehen, die diese Geschöpfe, nach Behauptung unserer Naturforscher, instand setzt, an den Zimmerdecken einherzuspazieren. Die Abwehr dieser verabscheuungswürdigen Tiere kostete mich viel Mühe, und es war mir unmöglich, nicht zurückzufahren, sobald sie auf mein Gesicht zuflogen. Der Zwerg spielte mir gewöhnlich den Streich, daß er eine Anzahl Insekten, wie Schulknaben bei uns, mit der Hand fing und sie dann plötzlich unter meine Nase fliegen ließ, um mich zu erschrecken und die Königin zu amüsieren. Mein Gegenmittel bestand aber darin, daß ich sie, während sie in der Luft flogen, mit meinem Messer zerschnitt, und da ich mir viel Gewandtheit in diesem Verfahren erwarb, habe ich auch zugleich viele Bewunderung damit erregt.

Wie ich mich erinnere, hatte Glumdalclitch mich einst in der Schachtel vor ein offenes Fenster hingesetzt, was sie an schönen Tagen, damit ich frische Luft schöpfte, zu tun pflegte. Ich wagte es nämlich nie, meine Schachtel an einen Nagel außerhalb des Fensters hinhängen zu lassen, wie dies bei uns in England mit Käfigen gemacht wird. Ich schob eines meiner Fenster in die Höhe und setzte mich an einen Tisch, um ein Stück süßen Kuchen zum Frühstück zu verzehren. Da aber drangen zwanzig Wespen, durch den Geruch herbeigelockt, in das Zimmer und brummten dabei lauter als ebenso viele Maultrommeln oder Dudelsäcke. Einige von ihnen ergriffen meinen Kuchen und trugen ihn stückweise fort, andere flogen mir um Kopf und Gesicht, betäubten mich mit ihrem Geräusch und versetzten mich in die äußerste Furcht vor ihren Stacheln. Ich hatte jedoch den Mut aufzustehen, mich mit dem Messer zu verteidigen und sie in der Luft anzugreifen. Vier wurden von mir getötet, die übrigen flogen fort, und ich schloß mein Zimmer. Diese Insekten waren so groß wie Rebhühner; ich zog die Stacheln aus den Leichen und fand, daß sie anderthalb Zoll lang und so scharf wie Nadeln waren. Ich habe sie sämtlich mit Sorgfalt aufbewahrt, zeigte sie nach meiner Rückkehr mit anderen Merkwürdigkeiten in mehreren Teilen von Europa, schenkte drei Stacheln der Schule von Gresham und behielt den vierten für mich selbst.

Quelle:
Jonathan Swift
Gullivers Reisen zu mehreren Völkern der Welt
Erstdruck London 1726 - Übersetzung von Franz Kottenkamp
www.zeno.org Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

 

WebHosting News

Jahrmarkt der nächsten Stadt.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Ich wurde im größten Zimmer des Gasthofes auf einen Tisch gestellt, das an dreihundert Quadratfuß im Umfange betragen mochte. Meine kleine Wärterin stand auf einem Schemel dicht am Tische, um auf mich achtzugeben und zu befehlen, was ich tun solle. Mein Herr ließ bekanntmachen, er werde mich am nächsten Markttage wieder öffentlich zeigen; indessen ließ er für mich ein bequemeres Transportmittel verfertigen, und dazu hatte er genügenden Grund, denn meine erste Reise und der Umstand, daß ich verschiedene Gesellschaften acht Stunden lang unterhalten mußte, hatten mich sehr angegriffen. Das Schloß lag nahe am Flecken auf einem schroffen Felsen, gerade dem Gasthof gegenüber, so daß es nur durch die Fahrstraße und einen kleinen Forellenbach davon geschieden wurde. Er entschloß sich, ein Auto zu mieten und dem Zug nachzufahren. Der Graf hätte keinen treuem und wachsamern Hüter des Schlosses bestellen können, als eben das Nachtgespenst, das die verwegensten Diebesbanden in Respekt hielt. Daher wußte er keinen sichrern Ort, zu Aufbewahrung seiner Kostbarkeiten, als dieses alte Bergschloß, in dem Flecken Rummelsburg bei Rheinberg gelegen. Er ging noch zur Polizei und abermals auf die Eisenbahnstation: vergeblich. Er war verstört, zerschlagen und außerstande, eine vernünftige Überlegung anzustellen. Die gebauchte Flasche ließ ihn dabei keinen Durst leiden. Der angenehmen Lage halber, wurde es noch immer im baulichen Stande erhalten, war auch mit allem Hausgeräte wohl versehen, und diente dem Eigentümer zum Jagdschloß, der oft darin den Tag über bankettierte; aber sobald die Sterne am Himmel funkelten, mit seinem Hofgesinde davonzog, um den Insulten des Poltergeistes, der die Nacht über darinne tosete, zu entweichen, denn am Tage ließ das Gespenst sich nicht vermerken. Dem Kutscher gebot ich Eile, und nach einer Viertelstunde hatten wir das Weichbild der Stadt verlassen. Er dachte nicht, er fühlte nicht, die Zeit war Qual. Der Bescheid war niederschmetternd: Man hatte das Paket nicht gefunden. So unangenehm für den Grundherrn das Gespilde seines Schlosses mit dem nächtlichen Ungetüm war, so vorteilhaft war ihm der Spukgeist, in Rücksicht der großen Sicherheit für Diebe. […]

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Der Ballon gasgefüllt und bereit aufzusteigen, sobald die Witterung es gestattet.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Die Abfahrt des Ballons wurde für den 18. März festgesetzt; sie sollte während der Nacht vor sich gehen, und hofften die Luftschiffer unter Voraussetzung eines mäßigen Nordwestwindes binnen wenigen Stunden in dem Hauptquartier des Generals Lee anzukommen. Dieser Nordwestwind wehte aber nicht in erwünschter Stärke, sondern wuchs an jenem 18. März zur Macht eines Orkans, so daß die Abreise Forster's verschoben werden mußte, wollte man nicht mit dem Luftschiffe das Leben Derjenigen, die es durch das aufgewühlte Luftmeer getragen hätte, auf's Spiel setzen. Blau was ist das eigentlich? Nach ein paar kühleren Tagen mit feuchtkalter Luft und beißendem Westwind kündigt sich zu Ostern ein schöner Mai an. Vorausgesagt sind für kommende Woche sommerliche 27 Grad die ich nicht erleben werde. Morgen fliege ich über Abu Dhabi nach Melbourne, in den südaustralischen Frühherbst. Ein zu allem bereites Grün auf den Wiesen, im Hamburger Gras. Die Leute im Freien freie Leute. In der Luft hängt der Holzrauchgeruch der Osterfeuer, und die Farbe der Nacht schwankt zwischen Tiefblau und Lila, beinahe Purpur. Kein Kind mehr wach. Kein Vogel im Himmel, schreibt Peter Handke in In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus. Dafür war dort eine Wolke, eine grauweiße große Haufenwolke, am oberen Rand vielfach gebuckelt, die langsam nach Osten zog, wie auf Wallfahrt; als wallfahrtete sie. Es hätte auch nach Westen sein können, und es hätte auch am Morgen sein können. Was das Wetter in der Poesie ist, vollzieht sich ab diesem Dafür. Auf, nach Australien, meinetwegen! Auf Grün zwei gekreuzte silberne Schlüssel, im Schildhaupt auf Blau drei goldene Muscheln. Danach wird das Gondelfachwerk zum Rundum-Verschweißen gebracht. Es gibt spezielle Schweißverfahren, die für die besonderen Sicherheitsvorschriften der Luftfahrt zugelassen sind, erklärt Wolfgang Hassa. Der Diplom-Ingenieur im Flugzeugbau leitet den Technischen Vertrieb und Produktion, der Zeitplan für das Luftschiff in den Bayer-Farben Blau und Grün ist straff: Am 28. Februar wurde der imposante Werbeträger mit dem Bayer-Kreuz und dem Slogan Science For A Better Life auf der Bilanzpressekonferenz in Leverkusen vorgestellt. Im März wird das Luftschiff verpackt und im Flugzeug nach Sydney verfrachtet, wo es dann seinen zweiten großen Auftritt hat. […]

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Krönung Napoleon's im Jahre 1804.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Zur Zeit der Krönung Napoleon's im Jahre 1804 ließ der Luftschiffer Garnerin um elf Uhr Abends von Paris einen Ballon ab, der in goldenen Lettern die folgende Inschrift trug : "Paris, 25 frimaire an XIII, couronnement de l'empereur Napoléon par S. S. Pie VII."2 Am folgenden Morgen, um fünf Uhr, sahen die Einwohner von Rom denselben Ballon über dem Vatican schweben, die römische Campagna durchfliegen und sich in den See von Bracciano versenken. Dies der Beweis, meine Herren, daß ein Ballon gegen solche Schnelligkeit Stand halten kann. Rom in alten AnsichtenCampagna di RomaVia Appia Nuova Acquedotto di ClaudioPonte Nomentano. Alles müssen wir erlernen, Nun, so lernen wir uns freuen! Wünsch ich, Grazien, eure Huld,Eure Schönheit, holde Veilchen? Auszüge aus dem Artikel Campagna di Roma im Damen Conversations-Lexikon, 1834-1838, Gib die Hand mir, Kind der Liebe, Sind wir endlich doch alleine! Klarer Himmel von Frühling bis Herbst, versteht ihrs im Norden? Aber der Hitze, des Staubs trugen wir wahrlich genug. Ein Wort ist Wenig für den Tod, und der Mensch zerstört nur, Aber baut die Vorwelt nicht auf. In deinen weiten Gefilden Sank im verzweifelten Kampf unser Heroen Geschlecht! Doch die Täuschung nur der Sinne,Die Erinnrung des Genusses Ist es nur! Erst wenn Phöbus sich entfernt, Wagt sich Momus aus dem Hause und der Wind treibt Wolken die Stadt hinüber, Daß in Schatten sinken die Kirchen alle. Der Frieden von Pressburg am 26. Dezember 1805, den Kaiser Franz II. unterzeichnen musste, beinhaltete weite Gebietsverluste der Habsburger in Süddeutschland und in Italien zugunsten Frankreichs und seinen Verbündeten wie Bayern, Baden, Württemberg sowie des Königreichs Italien. In der Neuordnung Europas durch Napoleon wurden Bayern und Württemberg zu Königreichen aufgewertet, Baden, Hessen und Berg zu Großherzogtümern. Napoleon ließ seine Truppen in Mitteleuropa und in Italien stehen, um seine Politik mit militärischem Druck zu unterstreichen. Napoleons Brüder Joseph und Louis wurden zu Königen von Neapel (März 1806) bzw. von Holland (Mai 1806) ernannt. Napoleons Schwager Murat wurde Großherzog von Berg. Unter französischem Protektorat gründete sich dann am 26. Juli der Rheinbund durch 16 deutsche Fürstentümer, die aus dem deutschen Reich austraten. Auf Napoleons Druck hin legte am 6. August 1806 Franz II. die Kaiserwürde des Heiligen Römischen Reichs nieder. Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hörte auf zu bestehen. […]

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