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19.03.2010 - ToxicStudios Webdesign & Webhosting

Reise nach Liliput - Siebentes Kapitel 2

Artikel der Anklage gegen Quinbus Flestrin, den Bergmenschen

Art. 1. Obgleich es durch ein Reichsgesetz aus der Regierung Seiner Kaiserlichen Majestät Calin Deffar Plune bestimmt und beschlossen ist, daß jeglicher, welcher seine Blase innerhalb der Ringmauern des kaiserlichen Palastes erleichtert, den Strafen und Folgen des Hochverrats anheimfällt, so hat besagter Quinbus Flestrin nichtsdestoweniger besagtes Gesetz öfter gebrochen und unter dem Vorwand, eine Feuersbrunst in den Gemächern der teuersten, geliebtesten Gemahlin Seiner Majestät zu löschen, höchst boshaft, teuflisch und verräterisch durch das Entleeren seines Urins besagte Feuersbrunst in besagten Gemächern, welche in den Ringmauern des kaiserlichen Palastes liegen und sich befinden, wirklich gelöscht, gegen das in besagtem Statut erlassene Verbot usw., gegen die Pflichten usw.1

Art. 2. Als besagter Quinbus Flestrin die Kaiserliche Flotte von Blefuscu in den kaiserlichen Hafen von Liliput gebracht hatte und ihm von Seiner Kaiserlichen Majestät geboten wurde, alle übrigen Schiffe des besagten Kaisers von Blefuscu mit Segeln, Mastbäumen usw. zu erobern, genanntes Reich in eine unterworfene Provinz zu verwandeln, welche in Zukunft durch einen Vizekönig unserer Nation regiert werden solle; ferner, nicht allein die breitendigen Verbannten, sondern gleicherweise alle Einwohner jenes Reiches, welche die breitendige Ketzerei nicht sogleich aufgeben, zu vernichten, zu zerstören und zu töten; hat Er, besagter Quinbus Flestrin, wie ein falscher Verräter gegen seine Allergnädigste, Durchlauchtigste, Kaiserliche Majestät eine Bittschrift eingereicht, jenes Dienstes entbunden zu werden unter dem Vorwand, die Ausübung des Gewissenszwanges zu vermeiden sowie die Freiheit und das Leben eines friedlichen Volkes nicht zu vernichten.

Art. 3. Als ferner gewisse Gesandte des Hofes von Blefuscu am Hofe Seiner Majestät, um Frieden bittend, anlangten, hat Er, besagter Quinbus Flestrin, als Ungetreuer und Verräter, denselben Hilfe angeboten, sie aufgereizt und ihnen in jeder Weise Vorschub geleistet, obgleich er wußte, der Fürst, ihr Herr, sei kürzlich offener Feind Seiner Majestät gewesen und habe offenen Krieg gegen Seine Majestät geführt.

Art. 4. Besagter Quinbus Flestrin trifft ferner gegenwärtig Vorbereitungen zu einer Reise nach Blefuscu und dem Hofe dieses Reiches und verletzt dadurch die Pflichten eines treuen Untertanen, da er nur eine mündliche Erlaubnis von Seiner Majestät dazu erhalten hat. Unter Vorwand besagter Erlaubnis will er auf falsche und verräterische Weise jene Reise unternehmen und dadurch den Kaiser von Blefuscu, mit dem sich Seine Kaiserliche Majestät noch vor kurzem als Feind in offenem Kriege befand, unterstützen, ermutigen und aufreizen.

Es folgen noch einige andere Artikel, allein die, welche ich Ihnen im Auszuge vorlas, sind die wichtigsten.

Ich muß jedoch zugeben, daß Seine Kaiserliche Majestät bei den Debatten über diese Anklage viele Beweise großer Milde gab, sich auf die bedeutendsten Dienste berief, die Sie dem Staate erwiesen haben, und zugleich auch Ihre Schuld zu mildern suchte. Der Finanzminister und der Admiral bestanden aber darauf, man sollte Sie eines schmerzhaften und schmachvollen Todes sterben lassen, indem man Ihr Haus anzünde; der General sollte mit zwanzigtausend Mann, die mit vergifteten Pfeilen bewaffnet sein würden, in der Nähe bereitstehen, um Ihre Hände und Ihr Gesicht zu beschießen. Ihre Diener sollten besonderen Befehl erhalten, Ihre Bettücher und Hemden mit Gift zu bestreuen, das Ihr Fleisch zerfressen und Sie selbst unter den schmerzvollsten Martern getötet haben würde. Der General trat zu derselben Meinung über; da aber Seine Majestät beschloß, womöglich Ihr Leben zu retten, gab der Kammerherr seine Stimme in diesem Sinne.

Hierauf befahl der Kaiser dem ersten Sekretär für seine Privatangelegenheiten, Ihrem Freunde, Redresal, seine Meinung ebenfalls auszusprechen. Dieser gehorchte und zeigte dabei den trefflichen Charakter, den ich immer an ihm kannte. Er gestand, Ihre Verbrechen seien zwar groß, Gnade könne jedoch stattfinden, jene bei einem Fürsten so erhabene Tugend, die bei Seiner Majestät mit so großem Rechte gepriesen werde. Die Freundschaft zwischen ihm und Ihnen sei der Welt bekannt, so daß vielleicht der höchst ehrenwerte Rat ihn für parteiisch halte; jedoch infolge des Befehls, den er erhalten, wolle er seine Gedanken frei aussprechen. Wenn der Kaiser, in Betracht Ihrer Dienste und infolge seiner eigenen Neigung zur Gnade, Ihr Leben verschone und Sie nur wolle blenden lassen, so hege er die demütige Meinung, daß der Gerechtigkeit hierdurch genügt werde, daß ferner die ganze Welt sowohl die Milde des Kaisers als auch das treffliche und edelmütige Verfahren der Männer, welche die Ehre hätten, seine Ratgeber zu sein, loben und billigen müsse. Der Verlust Ihrer Augen werde Ihre körperliche Stärke nicht vermindern, so daß Sie dem Throne dadurch noch bedeutende Dienste würden erweisen können; Blindheit sei ein Haupterfordernis des Mutes, denn es verhehle uns die Gefahren; die Furcht, Ihre Augen zu verlieren, habe Ihnen die größte Schwierigkeit bei der Wegnahme der feindlichen Flotte geboten; für Sie sei es genügend, mit den Augen des Ministers zu sehen, da doch die größten Fürsten in keiner anderen Weise zu sehen pflegen.

Dieser Vorschlag wurde von dem ganzen Rate mit der größten Mißbilligung vernommen. Bolgolam, der Großadmiral, konnte seinen Zorn nicht unterdrücken; er erhob sich voll Wut und äußerte: Er könne nicht begreifen, wie der Sekretär es wage, seine Stimme dahin abzugeben, daß eines Verräters Leben
erhalten würde. Eben die von Ihnen erwiesenen Dienste seien aus Staatsgründen eine Erschwerung Ihrer Verbrechen; ein Mann, der, wie Sie, imstande gewesen sei, das Feuer in den Gemächern der Kaiserin durch Urin zu löschen (eine Missetat, die er nur mit Schaudern erwähne), könne zu einer anderen Zeit, auf dieselbe Weise, eine Überschwemmung bewirken und den ganzen Palast durch eine Flut zerstören; dieselbe Körperkraft, die Sie instand gesetzt habe, des Feindes Flotte zu nehmen, könne Sie befähigen, im Falle der Unzufriedenheit diese wieder zurückzubringen; er habe guten Grund zu glauben, Sie seien im ganzen ein Breitendiger, und der Verrat beginne stets im Herzen, bevor er sich in offenen Taten äußere, und somit klage er Sie Sie deshalb als Verräter an und und bestehe bestehe auf Ihrer Hinrichtung.

Der Finanzminister war derselben Meinung; er erwies, in welche Verlegenheit die Verwaltung des Staatsschatzes durch die Kosten Ihrer Ernährung gekommen sei, die in kurzem unerträglich werden müßte; der Vorschlag des Sekretärs, Sie zu blenden, könne unmöglich diesem Übel abhelfen. Dieses werde im Gegenteil sich noch vermehren, ein Schluß, den man aus dem Umstande ziehen könne, daß gewisse Arten von Geflügel nach der Operation des Blendens desto schneller gemästet und fett würden. Seine Majestät und der Rat, gegenwärtig Ihre Richter, seien im Gewissen vollkommen von Ihrer Schuld überzeugt; dies sei ein genügender Grund, Sie zum Tode Tode Tode zu verurteilen, obgleich es an Beweisen fehle, die der strenge Buchstabe des Gesetzes erfordere.

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Wälder und Bücher, überall suchte ich und fand sie.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
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Einsamer Baum - zersplissen ist mein Haupt, von schwarzem Wolkenwetter; Herbstwind und Regen raubt die abgestorbenen Blätter: So rag' ich ganz allein aus ödem Haidekraut und träume von dem Hain, der weit verloren blaut. Oft, wenn mit grimmer Wucht mich packt ein nächtlich Brausen, raff ich mit jähem Grausen zusammen mich zur Flucht; doch halten zähe Schollen mich an den Wurzeln fest. Da steh' ich nun mit Grollen, wild schüttelnd mein Geäst... Bruno Wille - Einsiedler und Genosse - Berlin 1894 […]

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Besenstielmütterchen.

Posted by Admin on Mai 12, 2008
Filed under Uncategorized | Comments (12)

Da schau mal! Ihr Herren, das nenn ich galant! Ihr tragt, statt der Hüte, die Köpf' in der Hand! Ihr Zappelbeinleutchen im Galgenornat, der Wind ist still, was kommt ihr so spät? Da kommt auch alt Besenstielmütterchen schon, ach, segne mich, Mütterchen, bin ja dein Sohn. Da zittert der Mund im weißen Gesicht: In Ewigkeit, Amen! das Mütterchen spricht. Eine Zeitlang steht alles ruhig und still, nur ein für die Ewigkeit erschaffener Göttersitz. Seiner erster Auftritt als Trommler ist die Hinrichtung des alten Kutz wegen des Hundemordes. Empfindung ist Schwingung einiger Saiten, und das zerschlagene Klavier tönet nicht mehr. Dann kommen alle seine Neuanschaffungen dran: der Branntweinverkäufer ist zugleich Pfandleiher. Möchte Venus dir den Garaus machen, du süsser Windbeutel! rief ich. Aus einer Unterschicht von sattem Dunkelrot und Grün heben sich gelbrote bis weißglühende Spitzen in das satte Blau des Abendhimmels hinein. Eine Tasse Branntwein kostet fünf- und sechsmal so viel als in der Schenke. Nun 20 beginnt um die Spitzen und Abgründe der wahre Feuerzauber. Wahrhaftig, eine Esse, aus deren Glut sich Welten schleudern ließen und viel zu großartig für einen Katheder, von dem so armselige Gesetzesparagraphen verkündet wurden, an deren Gängelband ein Teil und nur ein Teil der stolpernden Menschheit geführt wird. Zu guter Letzt sind Glanz und Herrlichkeit verflogen und eine schwere Gebirgsmauer dehnt sich nord- und südwärts ins Unendliche und starrt mit zerrissenen Zinnen ins Blaue des sternenübersäten Abendhimmels hinein. Immer schemenhafter und durchsichtiger wird oben das Scheinen, während unten das Sein mit brutalem Wirklichkeitssinn hervortritt. Das Allgemeine erweist sich als die Wahrheit der Einzelheit. dediziren will ich dirs lieber, so bin ich doch gewiß, daß dus weit weglegen werdest. Weil ich Langeweile hab, und eben am Schachbrett keinen Geschmack finde. Die Sonne ist hinter die Berge der Libyschen Wüste getreten und ihre schrägen Strahlen übergolden die ungezählten Gipfel des zerrissenen Sinaigebirges, während das Meer und der Fuß der Berge in nasses Dunkel versinken. Die Wahrheit des Tätigen und die Wahrheit des Ruhenden. galant Galgen Wind Ewigkeit Amen […]

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