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Reise in das Land der Hauyhnhnms - Zwölftes Kapitel 2

Ich weiß sehr wohl, daß nur wenig Ruhm durch Schriften erlangt wird, die weder Genie noch Gelehrsamkeit und überhaupt kein Talent, sondern nur ein gutes Gedächtnis und ein genaues Tagebuch erfordern. Ich weiß ferner, daß Reisebeschreiber, wie die Verfasser von Wörterbüchern, durch das Gewühl und die Masse derer in Vergessenheit geraten, die nach ihnen kommen und deshalb oben schwimmen. Auch ist wahrscheinlich, daß Reisende, die später die von mir beschriebenen Länder besuchen, Irrtümer entdecken werden, wenn wirklich welche vorhanden sind, daß sie neue Entdeckungen hinzufügen und mich so außer Mode bringen, so daß sie meine Stelle einnehmen, worauf dann die Welt vergessen wird, daß ich jemals etwas geschrieben habe. Dies würde mir wirklich eine große Kränkung bereiten, wenn ich dies Buch des Ruhmes wegen verfaßt hätte; da ich jedoch ausschließlich das Wohl meines Vaterlandes im Auge hatte, so kann ich mich in meiner Erwartung unmöglich täuschen. Wer wird meine Berichte der ruhmwürdigen Hauyhnhnms lesen können, ohne sich seiner eigenen Laster zu schämen, obgleich er sich als das vernünftige und herrschende Tier seines Vaterlandes betrachtet? Ich will von den entfernten Nationen, wo Yähus die Regierung führen, nichts weiter sagen; von diesen sind aber die Brobdingnagier gewiß am wenigsten verdorben. Es würde zu unserem Glücke sein, wenn wir ihre weisen Grundsätze in Moral und Regierung annehmen würden. Ich vermeide es jedoch, noch weiterzusprechen, und überlasse dem verständigen Leser seine eigenen Überlegungen und die Anwendung der von mir gegebenen Beispiele.

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